Neues vom Netz

Hier finden sich Neuigkeiten, Projekte und Aktivitäten des ÖkoNetzBW

Zicken und Zicklein im Stall
Zicken und Zicklein im Stall
Ziegen im Melkstand
Ziegen im Melkstand
Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren im Gespräch
Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren im Gespräch

Netzwerketreffen auf dem Ziegenhof Holzer

Ende April öffnete der Ziegenhof Holzer im Rahmen eines übergreifenden Netzwerktreffens seine Türen

Am 28.04. kamen Verantwortliche der drei baden-württembergweit tätigen Netzwerke, dem Pflanzenschutzmittelreduktions-Netzwerk, des BiodivNetzBW-Netzwerk sowie des ÖkoNetzBW, zusammen. Im Rahmen des Treffens wurden von jedem Netzwerk ein Demobetrieb im Süden Stuttgarts besucht, darunter auch der Ziegenhof Holzer, der im Namen des ÖkoNetzBW seine Türen öffnete.

Ziel des Treffens mit Exkursion lag in der Stärkung der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austauschs zwischen den Netzwerken. Alle drei Demonstrationsnetzwerke wurden im Zuge des Biodiversitätsstärkungsgesetz geschaffen, mit dem Ziel die Forschung, die Förderung und den Austausch rund um die Themen Pflanzenschutzmittelreduktion, Biodiversität und Ökolandbau zu unterstützen. Alle drei Bereiche bedingen sich gegenseitig, sodass eine Zusammenarbeit zur Erreichung der Ziele sehr sinnvoll ist und Synergien genutzt werden können. Um neben der organisatorischen Zusammenarbeit besser zu verstehen, wie die Netzwerke im Detail funktionieren und arbeiten, wurde dieses Präsenztreffen organisiert. Drei Netzwerkbetriebe stellten sich an diesem sonnigen Dienstag vor und berichteten über ihre Netzwerksaktivitäten, wodurch wichtige Anreize für zukünftige Projekte und Veranstaltungen geschaffen wurden.

Betriebsleiterin Andrea Holzer vom ÖkoNetzBW-Partnerbetrieb Ziegenhof Holzer erzählte von den Besonderheiten ihres vor 16 Jahren gegründeten und gebauten Milchziegenbetriebs mit eigener Verarbeitung und ausschließlicher Direktvermarktung. Sie erläuterte, wie die Thüringer Waldziegen den Arbeitsrhythmus auf dem Betrieb bestimmen, wie das einmalige Melken am Tag Arbeitszeiten reduziert, gab Einblicke in die Verarbeitung der Ziegenmilch in der angegliederten Käserei und überraschte mit der erfolgreichen Vermarktung von Zicklein-Fleisch an die Endkunden. Darüber hinaus berichtete sie über ihre Aktivitäten im Rahmen des ÖkoNetzBW, welche vor allem aus dem Wissenstransfer an Berufsschulklassen und Studierenden bestehen.

Während des Besuchs gewährte Andrea Holzer einen Einblick in den modernen Freilauf-Ziegenstall, der eigens für die Bedürfnisse der Tiere konzipiert wurde. Außerdem zeigte sie die Melkanlage der Ziegen, die für eine effiziente und tierfreundliche Milchgewinnung sorgt.

Zum Abschluss wurden dem Ziegenhof Holzer zwei Feldrandschilder übergeben, die speziell auf die Betriebsschwerpunkte abgestimmt sind. Das erste Schild trägt den Titel „Vom Gras zum Käse“ und informiert über die Verarbeitungskette des Ziegenkäses in der angegliederten Käserei. Das zweite Schild heißt „Bio-Eier aus dem Mobilstall“ und soll Besucherinnen, Kunden sowie Spaziergängerinnen über die artgerechte Haltung der Legehennen im Mobilstall aufklären.

 

Dr. Schlingmann erklärt der Gruppe die Bodenanalyse im Grünland
Diskussion der Spatenprobe im Ackerbau
Auf den verschiedenen Äckern des Biobetriebs Scheu-Hachtel

Boden verbindet

Hindernisse abbauen mit dem ÖkoNetzBW

Das nun seit fünf Jahren bestehenden Projekt ÖkoNetzBW vernetzt konventionelle Betriebe mit Biobetrieben mit dem Ziel Hürden und Ressentiments zwischen „Konventionellen“ und „Bios“ abzubauen, Interesse an der ökologischen Landwirtschaft zu wecken, Fragen zu ökologischen Anbaumethoden zu beantworten und im besten Fall Betriebe zum Umstellen zu motivieren.

Um dieses Ziel zu erreichen suchen wir mit den 32 engagierten Partnerbetrieben des Netzwerks immer wieder nach Themen, die konventionelle wie ökologische Betriebe gleichermaßen interessieren. Ein gemeinsames Thema verbindet und drängt die unterschiedlichen Anbaumethoden in den Hintergrund.

Dieses Frühjahr haben wir uns für das Thema Boden entschieden, genauer „Bodenanalyse, Bodenaufbau und Bodenfruchtbarkeit“. Denn der Boden ist für uns alle Grundlage. Egal ob bio- oder konventionell, alle müssen mit dieser endlichen Ressource gut wirtschaften.

Ausgangspunkt der „guten“ Bewirtschaftung des Bodens ist das Wissen über die Bodenart und den Bodenzustand. Um dieses theoretische Wissen zu vermitteln, hat das ÖkoNetzBW ein Webinar mit Dr. Ulrich Hampl, Bodenexperte vom Bodenfruchtbarkeitsfond, organisiert. Ende März vermittelte Dr. Hampl den rund 70 Teilnehmenden online die theoretischen Grundlagen zu Bodenstruktur und -gefüge sowie die Funktionen des Bodens. Dabei liegt für Dr. Hampl ein Schlüssel zum Aufbau der Bodenfruchtbarkeit in der Furchtfolge, der Wechsel zwischen Sommerung und Winterung, einem hohen Leguminosenanteil (über 30%), Gemenge als Zwischenfrüchte mit Tief- und Feinwurzlern und einer regelmäßigen mechanischen Tiefenlockerung. Er empfahl für eine stabile Krümelstruktur den pH-Wert des Bodens regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls Kalk auszubringen. 

Um anschließend das theoretische Wissen in der Praxis anwenden zu können, lud das ÖkoNetzBW auf den Partnerbetrieb Scheu-Hachtel nach Wermutshausen, Main-Tauber-Kreis ein. Am 07. April konnten sich ca. 30 Teilnehmende von dem langjährigen Bodenengagements des ÖkoNetzBW-Betriebes überzeugen und konnten mittels Spatenprobe die Qualität der verschiedenen Äcker begutachten. Dr. Hampl brachte dafür sein eigens gebautes Spaten-„Bänkle“ mit, mit dem der Spaten samt Probe fast aufrecht stehen kann, sodass die Wurzeln senkrecht nach unten hängen. Mit dieser Vorrichtung kann man die Bodenprobe in seiner fast natürlichen Ausrichtung betrachten und fotografisch festhalten. Die Teilnehmenden konnten ihr zuvor erlerntes Wissen anwenden und die Gefüge und Zustände verschiedener Proben analysieren und Maßnahmen diskutieren.

Der Boden im Ackerbau ist in den letzten Jahren viel besprochen worden. Weniger Beachtung findet jedoch der Grünlandboden. Um den Boden im Grünland zu analysieren und Fragen der Bewirtschaftung für gute Erträge, Erosionsminderung und CO2-Speicherung zu beantworten, lud das ÖkoNetzBW Ende April den Kollegen vom LAZBW, Dr. Marcus Schlingmann, auf die Weiden des ÖkoNetzBW-Partnerbetriebs Goldbachhof nach Bernau, Landkreis Waldshut ein.

Dr. Schlingmann referierte fast zwei Stunden vor einer Gruppe von ca. 30 Landwirtinnen und Landwirten aus dem Schwarzwald. Der sehr trockene Grünlandboden auf 1000 m Höhe wies eine sehr lockere Krümelstruktur auf, die vor allem dem hohen Sandanteil geschuldet war. Auch im Grünland legte Dr. Schlingmann den Fokus auf den pH-Wert und rät zur regelmäßigen Kalkung für einen stabilen Ton-Humus-Komplex und damit zu einer stabilen Krümelstruktur, die die Belastbarkeit erhöht und Auswaschungen minimiert. Zudem wurde das Thema Verdichtung, durch immer größer werdende Maschinen und das Befahren von nassen Flächen diskutiert. Landwirte und Landwirtinnen berichteten über die in den letzten Jahren immer kleiner gewordenen Erntefenster, die zum Befahren auf nassen Flächen und damit zu Bodenverdichtung geführt haben. Möglichkeiten diese Bodenverdichtung wieder aufzubrechen sind begrenzt und langfristig. Laut Dr. Schlingmann können zum Beispiel Tiefwurzler nachgesät werden. Zudem sei für den Aufbau organischer Maße die organische Düngung entscheidend und damit auch die Anreicherung von Regenwürmern im Boden.

Die rege Teilnahme, auch von vielen konventionellen Betrieben, hat gezeigt, dass es Interesse an Fragen zur Bodenfruchtbarkeit gibt. Maßnahmen aus der ökologischen Praxis können auch konventionelle Betriebe übernehmen. Vielleicht ein erster Schritt in Richtung Biozertifizierung?



Symbolbild zu Bauerzu Bauergespräch

Bauer-zu-Bauer-Gespräche 2025/2026

Die Betriebe des ÖkoNetzBW laden wieder zu spannenden Gesprächen zu verschiedenen Themen und zum Austausch auf ihre Höfe ein. Eingeladen sind Bäuerinnen und Bauern, Auszubildende in der Landwirtschaft/Gemüsebau/Weinbau und alle Aktive in der Landwirtschaft.

In Kleingruppen oder Einzelgesprächen geben sie ihr Wissen in vertraulichem Rahmen weiter. Die angekündigten Themen der ein- bis zweistündigen Gespräche dienen dabei lediglich als Einstieg. Die Partnerbetriebe stehen für alle Fragen zur Verfügung. 

Wenn Sie Interesse an einem Termin und Thema haben, melden Sie sich an unter: oekonetz-bw@ltz.bwl.de oder 07641 957890-25.

Bauer-zu-Bauer-Gespräche: Erfahrungen und Erfolge teilen und voneinander lernen

AUSTAUSCH Auch in diesem Jahr öffneten Bio-Betriebe in ganz Baden-Württemberg ihre Hoftore für interessierte Kollegen und Kolleginnen, um ihr Wissen zu unterschiedlichen Themen zu teilen. Eingeladen waren alle Praktikerinnen und Praktiker, ob konventionell, biologisch oder in der Ausbildung.  

Thematisch wurde ein breites Spektrum angeboten. So ging es beim Biohof Decker in Bühl um die erfolgreiche Bio-Gemüse-Vermarktung in herausfordernden Zeiten. Richard Gasse vom Lorenzhof im Landkreis Sigmaringen erörterte mit Interessierten die Frage, ob kuhgebundene Kälberaufzucht noch zeitgemäß ist. Weitere Themen waren die erfolgreiche Etablierung von Hofgastronomie, vielfältig nutzbare Stallkonzepte, Bio-Legehennenhaltung im Nebenerwerb oder auch die Diversifizierung im Milchviehbetrieb.

Zwei der Termine stellen wir hier näher vor: Humusaufbau beim Obsthof Kiechle in Schallstadt und PIWI-Anbau beim Weingut Dilger in Freiburg.

„Boden ist lebendig“ – Bernd Kiechle berichtete am 24. Oktober im Rahmen des Bauer-zu-Bauer-Gespräche zum Thema „Warum Humus aufbauen und wie?“ von seinen Erfahrungen zum Aufbau eines humusreichen Bodens und des passenden Bodenmanagements. Neben allgemeinen Tipps zur Förderung eines gesunden Bodens, gab er den Beteiligten individuelle Hilfestellungen, die sich mit ihren Fragen und Herausforderungen an ihn wandten. Die Kleingruppe setzte sich aus konventionellen Winzern und Bio-Landwirten zusammen und bot den idealen Rahmen für einen intensiven Austausch.

„Alle Möglichkeiten, an das bisherige anzuknüpfen“ – Andreas Dilger vom Weingut Dilger in Freiburg führte am 17. November durch die Herausforderungen und Chancen vom „Zukunftsfähigen Weinbau mit PIWIs“. Während vor allem der sinkende Absatz und steigende Betriebskosten aktuelle Herausforderungen im Weinbau darstellen, kann mit dem Anbau von PIWIs zumindest der Kostensteigerung etwas entgegengesetzt werden, da sehr viel weniger Pflanzenschutzmittel benötigt werden. Teilnehmenden zeigten insbesondere Interesse an der Neuanlage von PIWIs im Weinberg, dem reduzierten Pflanzenschutz sowie Tipps für die Vinifikation. Andreas Dilger verdeutlichte, wie vielfältig der Weinbau mit PIWIs aussehen kann und ermutigte, neue Schritte zu gehen. Eine Teilnehmerin reiste sogar extra aus Rheinhessen an, um mehr über die PIWIs zu erfahren, die in ihrer Region noch selten zu finden sind. Sie äußerte sich begeistert zu Andreas Dilgers Wissen über die PIWIs:

„Würde ich hier in der Gegend wohnen, würde ich öfter vorbeikommen und mich austauschen.“

Die intensiven und lebendigen Gespräche zeigten, wie bereichernd der Austausch über eigene Praktiken und Erfahrungen für alle Beteiligten ist.

Wer selbst teilnehmen möchte – unter anderen zu Themen rund um innovative Produkte aus dem Weinberg oder dem Bio-Spargelanbau, findet die nächsten Termine und hier:

Paar mit badischen Weinbergen im Hintergrund
  • Neuer Partnerbetrieb: BIO Weingut Maier

Wir freuen uns sehr, 2025 ein neues Mitglied im ÖkoNetzBW begrüßen zu dürfen: Das BIO Weingut Maier (Baden-Baden). Volker Maier war in der Vergangenheit zwar auch Leistungssportler, widmet sich jedoch seit der Betriebsübernahme ganz der Berufung als Winzer. Nach dem Studium Weinbau & Oenologie an der FH Geisenheim hat er vor rund 20 Jahren das Weingut im Stadtkreis Baden-Baden übernommen und bietet mit seiner Frau und Floristin Iris Maier eine gelungene Verbindung von Weingenuss und Tourismus an.

Ihm ist es ein Anliegen, Berufskolleginnen und -kollegen zur Umstellung auf Bio zu bewegen, gleichzeitig die Forschung an PIWIs (Pilzwiderstandsfähigen Rebsorten) voranzubringen und auch Verbraucher und Verbraucherinnen für Wein aus nachhaltiger Produktion zu gewinnen. Dafür engagiert er sich unter anderem in der Biomusterregion Mittelbaden+ und steht, wie alle ÖkoNetzBW Betriebe, für Bauer-zu-Bauer Gespräche zur Verfügung um sein Wissen zum ökologischen Weinbau zu teilen.

Herzlich Willkommen!



  • Februar '25: Bio-Praktikertreffen Rinderhaltung Illmensee/Lorenzhof

Bei Schnee in Illmensee trafen sich eine Handvoll Praktiker aus der Rinderhaltung, zuerst in den Räumlichkeiten der Drei-Seen-Halle und mit anschließendem Besuch auf dem ÖkoNetzBW Partnerbetrieb Lorenzhof zum offenen Austausch. Auch der Fachbereichsleiter des Landwirtschaftsamts Sigmaringen, Tobias Gumpper, und der Ansprechpartner für Tierhaltung, Emmanuel Hensler, waren anwesend.

Welche Themen beschäftigen rinderhaltende Bio-Betriebe zurzeit besonders? Während die kuhgebundene Kälberaufzucht weniger relevant scheint, standen der Austausch rund um die Organisation des eigenen Betriebs ebenso wie Zusammenarbeit zwischen benachbarten Betrieben im Fokus. Auch die Umsetzung der Weidepflicht beschäftigt Bio-Betriebe nach wie vor. 

Nach fachlichem Input von Bioland-Beraterin Bernadette Albrecht und der Koordinatorin des Grasrind Projekts der Biomusterregion, Lucile Huguet, ging es weiter auf den Lorenzhof. Dort stellte Betriebsleiter Richard Gasse Alltägliches und Besonderheiten seiner kuh- und ammengebundenen Milchviehhaltung vor. Rund 40 melkende Kühe der Rasse Holstein x altdeutsches Niederungsrind geben Heumilch, die in der Käserei Leupolz verarbeitet wird. Ein kleiner Hofladen mit Selbstbedienung ist zentral auf dem Hof gelegen. So kam es zum Abschluss schnell zu weiteren Gesprächen rund um die eigenen Erzeugnisse, Direktvermarktung und Verbraucherkommunikation.

Auch wenn es Zeit kostet, die ohnehin knapp ist, kann der Austausch mit Berufskollegen und -kolleginnen immer wieder lohnenswert sein und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.

Kleine Personengruppe, im Vordergrund die ÖkoNetzBW-Fahne, in der Hofmitte ein ausladender Baum
Vortragende mit Powerpoint Präsentation
Schwarzweiße Kuh mit Hörnern im Stall liegend, Personengruppe im Hintergrund

Screenshot des ersten So geht Bio Videos
Betriebsleiter und Mitarbeitende von KÖLBW und LVG im Baumschatten
  • Februar '25: So geht Bio - Farminare auf YouTube

Die Veranstaltungsreihe „So geht Bio! - Theorie und Praxis“ entstand in Zusammenarbeit des Kompetenzzentrum für Ökolandbau in Baden-Württemberg (KÖLBW) und dem ÖkoNetzBW und gibt Einblicke in aktuelle Themen rund um den ökologischen Landbau. Das Format startete 2024 und beinhaltet theoretische und praktische Elemente. Expertinnen und Experten verschiedener Landesanstalten geben fachlichen Input, im Farminar können die Zuschauer und Zuschauerinnen auf Partnerbetrieben des ÖkoNetzBW  die praktische Veranschaulichung der Inhalte live mitverfolgen.

Die Aufzeichnungen zu folgenden Themen erscheinen von nun an in wöchentlichem Abstand auf dem YouTube Kanal des LTZ Augustenberg zu folgenden Themen veröffentlicht:

  • Tomaten ökologisch produzieren
  • Sortenwahl im Öko-Sojaanbau
  • Bewässerung (nicht nur) für den Bio-Gemüsebau
  • Weidegang und Melken sinnvoll kombinieren

Abonnieren Sie gerne den den Kanal des LTZ Augustenberg, um keine neuen Videos zu verpassen.

Neben den beteiligten Expertinnen und Experten der Landesanstalten sowie den Partnerbetrieben bedanken sich das ÖkoNetzBW und das KÖLBW bei Julie Weisser (ehem. ÖkoNetzBW) und Constanze Mesca (LTZ Augustenberg) für die Nachbereitung der Videos.

  • Dezember '24: Hofgespräch "Nährstoffmanagement im Ökolandbau" auf dem Biobetrieb Heiß

Anfang Dezember 2024 trafen sich Landwirtinnen und Landwirte zu einem Hofgespräch auf dem Demeter- und Biolandbetrieb Heiß in Möckmühl, (Landkreis Heilbronn). Organisiert wurde diese Veranstaltung zum Thema Nährstoffmanagement im Ökolandbau im Rahmen des ÖkoNetzBW, dem der Betrieb angehört, und unter Beteiligung des DüngungsNetzwerk BW, vertreten durch Dr. Sibylle Faust.

Der Betriebsleiter Tobias Heiß entschloss sich vor über 10 Jahren dazu, die Rinderaufzucht und Milchviehhaltung aufzugeben, durch die bis dahin genügend Wirtschaftsdünger angefallen war. Als Ackerbaubetrieb mussten neue Nährstoffquellen für die ausreichende Ernährung der Pflanzen und des Bodenlebens gefunden werden, was im Ökolandbau eine wichtige Rolle spielt. 

Die intensive Fruchtfolge ist mit dem Bedarf des Vermarkters der Agrarprodukte, der organisch-biologischen Erzeugergenossenschaft (OBEG), abgestimmt. In der Fruchtfolge wird in jedem 7. oder 8. Jahr Kleegras angebaut. Neben dem Anbau von Leguminosen zur N-Fixierung kommen Nährstoffe in Form von Futter-Mist-Kooperationen, kommunalem Laub und Grasschnitt sowie Mist von Pferdebetrieben in den Betrieb. Grüngut, Laubschnitte und weiteres organisches Material werden kompostiert – der Betrieb darf die zertifizierte Hygienisierung durchführen. Für ein erfolgreiches Resultat wird der Temperaturverlauf der Kompostierungsphasen laufend gemessen.

Insgesamt bedarf es einiger Erfahrung und Experimente, um übers Jahr die richtige Mischung an Materialien zu finden, die das gewünschte C/N-Verhältnis aufweisen. Die Hoftorbilanz (Stoffstrombilanz) für Stickstoff liegt leicht im negativen Bereich. Tobias Heiß sucht und findet laufend weitere Verbesserungen und möglichst regionale Kooperationen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden in der Scheune des Biobetriebs Heiß
Betriebsleiter Tobias Heiß, im Hintergrund verschiedene Rohmaterialien für die Kompostierung
Ein Misthaufen und ein Komposthaufen

Die Teilnehmenden lauschen dem unterhaltsamen Bericht
Betriebsleiter Lorenz Truffner und acht Teilnehmende im hölzernen Getreidelager
In Kleingruppen unterhalten sich die Teilnehmenden vor der Scheune
  • November '24:  Hofgespräch Maierhof Saatgutvermehrung

Bei winterlichen Temperaturen trotz Sonnenschein trafen sich am 29. November rund 20 Landwirte, Mitarbeiter der Erzeugergemeinschaft rebio sowie Vertreterinnen der Bioland-Handelsgesellschaft um auf dem Maierhof in Rottenburg-Bieringen „Den Weg des Saatguts“ kennenzulernen.

Betriebsleiter Lorenz Truffner hieß alle auf dem geschichtsträchtigen Hof Willkommen, der seit dem Ausstieg aus der Schweinemast in den 1980ern ökologisch als reiner Ackerbaubetrieb bewirtschaftet wird.

Hans-Jörg Mayer-Ullmann von der Saatgutanerkennung am LTZ Augustenberg beschrieb den Prozess von der Feldprüfung über Laboranalysen und was das „blaue Etikett“ so begehrt macht: Saatgut anerkannt! Die Abnahmekriterien bezüglich Reinheit und Keimfähigkeit sind so streng, um den Käufern ein hochqualitatives Saatgut garantieren zu können. Immer wieder werden Betriebe gesucht, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe annehmen und bei Anerkennung auch mit einem lukrativen Preis belohnt werden.

Bernd Habeck, Geschäftsführer der Bioland-Handelsgesellschaft, stellte die Vermehrungsorganisation und deren wichtigen Vermittlungsrolle zwischen vier Bioland-Erzeugergemeinschaften und der Vermarktung des ökologischen Z-Saatgutes vor. Einzigartig an der baden-württembergischen Bioland-HG ist, dass sie sich auf Verbandsware (Bioland & Demeter) spezialisiert hat und von der treuen Kundschaft geschätzt wird.

Bei der Besichtigung des selbst konzipierten und erbauten Gertreidelagers wurde klar, dass es sich hier um keine Lösung von der Stange handelt. Der Unikatbau ist dennoch voll funktionstüchtig und macht Herrn Truffner zu einem angesehenen Saatgutvermehrer für verschiedene Kulturen von Rotklee über Leindotter bis zu Nischenkulturen wie Emmer und Einkorn.

  • November '24: Netzwerktreffen des ÖkoNetzBW

Aus allen Ecken Baden-Württembergs reisten die Betriebsleiter und Betriebsleiterinnen des ÖkoNetzBW an, um sich einen Tag lang untereinander zu vernetzen, zu diskutieren und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Dazu gab es selbstverständlich gutes Bio-Essen im Restaurant Entenmanns in Esslingen am Neckar.

In Kleingruppen wurde zuerst der „Standort“ bestimmt: wo stehen wir nach knapp drei Jahren, was ist seit Gründung des ÖkoNetzBW passiert, was ist gut gelaufen, wo gibt es Herausforderungen?

Das Treffen wurde ausgezeichnet moderiert von der Landwirtschafts-Beraterin Maria Lotter. Nach dem Mittagessen gab sie einen kurzen Vortrag zu Strategien im Umgang mit Veränderung. Daraus konnten die Teilnehmenden Impulse mit in den Nachmittag nehmen, um zentrale Themen aus dem Vormittag aufzugreifen: Wie kann die Sichtbarkeit des ÖkoNetzBW erhöht werden? Welche Formate sprechen Berufskollegen und –kolleginnen an? Wo gibt es auf Bio-Betrieben schon Lösungen für Probleme, mit denen auch konventionelle Betriebe zu kämpfen haben?

Der Tag war voller guter Ideen, fröhlichem Austausch und lieferte den Beteiligten viel Energie, um sich weiter der gemeinsamen Vision von mehr Bio in der Landwirtschaft zu widmen.

Gruppenfoto der Teilnehmenden vor dem Restaurant Entenmanns
Vier Personen stehen an einer Pinnwand und sammeln Ideen auf Kärtchen
Die Teilnehmenden sitzen und diskutieren beim Mittagessen

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