Märkte & Preise

Bioprodukte weiterhin nachgefragt
Der Markt für Bio-Lebensmittel in Deutschland und Baden-Württemberg wächst seit Jahren kontinuierlich. Das Angebot aus heimischer Produktion reicht aber nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

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Umsatzentwicklung

Der Bio-Markt in Deutschland verzeichnet das zweite Jahr in Folge deutliches Wachstum. Für 2025 ermittelte der Arbeitskreis Biomarkt einen Anstieg der Verbraucherausgaben für Bio Lebensmittel und -Getränke von 6,7 Prozent. Auch der Fachhandel behauptet sich erfolgreich. 
Die Verbraucherpreise blieben für das Trockensortiment stabil; die Preise für frische Bio-Lebensmittel stiegen um gut zwei Prozent. Die leichten Preissteigerungen fallen damit deutlich kleiner aus als in den Inflationsjahren 2022 & 2023; die Verbraucherpreise halten sich im Schnitt auf dem damals erreichten Niveau. Das Umsatz-Plus basiert daher wie in 2024 in erster Linie auf einem Absatz-Plus.

Absatz

Lebensmitteleinzelhandel (LEH) legte das Bio-Segment mit einem Plus von 8,7 Prozent auf 12,76 Milliarden Euro überdurchschnittlich zu. Der LEH, also Vollsortimenter, Discounter und Drogeriemärkte, erreicht damit einen Anteil am Bio-Markt von 70 Prozent.



Import

Dass in Deutschland Bio-Ware eingekauft wird, die durchaus hier produziert werden könnte, zeigt jedoch die Importstatistik, die die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft für 2024 und Vorjahre erhoben hat. Importiert werden denach seit Jahren Produkte, die hierzulande ganzjährig verfügbar sein könnten: etwa Getreide, Milch, Schweinefleisch, Möhren, Zwiebeln, Kartoffel.

Aktuell werden deutlich mehr Bio-Milchprodukte nachgefragt, als das Produktionswachstum von einem Prozent liefern kann. Milch, Joghurt und Butter kommen aus Nachbarländern wie Dänemark und Österreich. Im Jahr 2024 wurde nicht ganz 1/4 der Bio-Milchprodukte importiert.

Doch selbst die Produktion der gängigsten Feldgemüsearten reicht nicht für die Inlandsversorgung: Rund 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Zwiebeln stammten in der Saison 2024/25 aus Nachbarländern.

Auch bei Schweine- und Rindfleisch steigen die Importe. Gut ein Drittel des Bio-Schweinefleischs stammte 2024 aus Nachbarländern und dem neuen Lieferland Spanien.

Erzeugerpreis

Die Erzeugerpreise für Bio-Produkte in Deutschland entwickelten sich 2025 uneinheitlich. Während Bio-Milch nach dem Rekordjahr 2024 auch 2025 auf hohem Niveau verharrte und sich der Preisabstand zur konventionellen Ware weiter vergrößerte, gerieten andere Bio-Märkte deutlich unter Druck. Besonders Bio-Kartoffeln verzeichneten nach hohen Preisen aus der Vorsaison einen Preisverfall. Auch für einige Bio-Gemüsekulturen und für Bio-Äpfel prägen niedrigere Preise das Marktgeschehen. Angebotsausweitungen, Marktsättigung und Entwicklungen im konventionellen Bereich sowie im Ausland beeinflussen die Bio-Erzeugerpreise 2025 stärker denn je.

Verbraucherpreise

Zu hohe Preise gelten als größtes Hemmnis für den Kauf von Bio-Produkten. Dass die gefühlten Preise dabei aber die tatsächlichen übersteigen, wissen dabei viele nicht, wie eine Studie zeigt. Ein Forscherteam der Uni Kassel hat Preiserwartungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern für Bio-Produkte abgefragt und sie mit deren Zahlungsbereitschaft sowie den realen Preisen verglichen. Ergebnis: Viele wären eigentlich bereit, genug auszugeben – halten Bio aber für teurer als es tatsächlich ist. Die Befragten schätzten die Aufpreise auf zwischen rund 60 und über 80 Prozent. In allen Fällen überstiegen diese Erwartungen die tatsächlich beobachteten Bio-Aufpreise. Diese waren real nämlich höchstens halb so hoch: etwa 20 bis 40 Prozent. Verbraucherinnen und Verbraucher überschätzen demnach die Preise für Bio-Lebensmittel deutlich.

Verkaufserlös

Die Verkaufserlöse der Bio Landwirte in Deutschland sind nach einem Rückgang 2023 im Jahr 2024 wieder gestiegen. Die Einnahmen erhöhten sich um 6,3 Prozent auf insgesamt 3,84 Milliarden Euro. Die Steigerung lag vor allem an höheren Preisen für Gemüse und Fleisch. Die Verkaufserlöse aus Wein gingen im Jahr 2024 um 4 Prozent auf 250 Millionen Euro zurück. Zwar stiegen die Preise, doch die Ernte war deutlich kleiner. Erfreulich: Der Anteil von Bio-Wein an den gesamten Verkaufserlösen für Wein stieg auf mehr als 20 Prozent an. 

Regional oder Bio oder beides?

Was Nachhaltigkeit angeht, kommen regional ausgelobte Produkte nicht mit Biozertifizierten mit – auch wenn das viele meinen. Das Problem fängt bei der Definition an. Der Begriff ,regional’ ist nicht geschützt und wird nach Belieben ausgelegt. Die strengste ist „erzeugt in maximal 50 Kilometer Entfernung”, weniger streng „im selben Bundesland“ oder „aus diesem oder angrenzenden Bundesländern“ oder eben nur „in Deutschland” oder sogar „in Europa”.

Das Bundesumweltministerium hat mögliche Nachhaltigkeitseffekte einer Regionalisierung von Lebensmittelketten erforschen lassen. Ergebnis: Es gibt keine eindeutigen Vorteile regionaler Systeme unter Nachhaltigkeitsaspekten. Sogar vermeintlich positive Klima-Effekte durch kurze Transportwege fallen weg aufgrund der regional oft kleineren Chargen und dadurch bedingten Effizienznachteilen gegenüber großvolumigen Ferntransporten. Empfehlung der Forschenden: Regionalität immer zusätzlich mit definierten Standards wie Bio oder Fairtrade ausloben, deren Nachhaltigkeit belegt ist. Die Umweltwirkung eines Lebensmittels wird nämlich maßgeblich durch dessen Erzeugung bestimmt.

Quelle: BÖLW-Branchenreport 2026

Biobranche - Zahlen, Daten, Fakten

Titelseite BÖLW-Branchenreport

Wichtige Infos zu Umsätzen, Wirtschaftlichkeit und Entwicklung der Biobranche.

Branchenreport 2026


www.ami-informiert.de

Hier finden Sie weitere Marktinformationen sowie Durchschnittspreise zu den meisten Öko-Produkten.

Weiterführende Informationen sind in dem:

"Jahresheft Agrarmärkte" der LEL Schwäbisch Gmünd und der LfL Bayern

sowie in der Veröffentlichung

"Zahlen, Daten, Fakten - Die Bio-Branche" des Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft zu finden.