Bio-Schweine:
Während die Erzeugerpreise für Bio-Schweine sind seit Jahresbeginn kontinuierlich leicht gesunken sind, sind sie im August stabil geblieben. Haushalte in Deutschland haben in den ersten sieben Monaten 2026 jeweils rund 5 % mehr Bio-Schweinefleisch und Bio-Wurst gekauft, wie eine AMI-Analyse nach Y-ouGov CP Germany ergeben hat, obwohl die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr leicht zugelegt haben. Dieses Wachstum geht komplett an den deutschen Bio-Landwirten vorbei, außer sie sind vertraglich gebunden. Nachdem der LEH erst nur EU-Bio-Schweine aus dem Ausland bezogen hat, wird inzwischen auch deutlich günstigere Verbandsware aus dem Ausland zugekauft.
Bio-Rinder allgemein:
Der Bio-Rindermarkt zeigt sich im September wieder stabiler, nachdem die Preise im August aufgrund zusätzlicher Vermarktungen infolge der knappen Futtersituation, insbesondere bei Kühen, deutlich unter Druck geraten waren. Nun mehren sich die Anzeichen für eine Gegenbewegung. Preisliche Unterstützung für den Bio-Rindermarkt kommt im September vom konventionellen Markt, wo die Preise für Rinder in den letzten Wochen gestiegen sind. Der Bio-Rindermarkt orientiert sich inzwischen stärker am konventionellen Markt als noch vor einigen Jahren.
Bio-Jungbullen:
Das Angebot an Bio-Jungbullen blieb in den vergangenen Wochen gering und die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch hat sich nach der Ferienzeit wieder belebt. Die BLE veröffentlichte für August 2026 für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV einen Durchschnittspreis für Bio-Jungbullen von 6,75 €/kg SG.
Bio-Schlachtkühe:
Bio-Altkühe wurden aufgrund der Futterknappheit in den Sommermonaten vermehrt zum Verkauf gebracht und der Preis für Bio-Altkühe lag im August 2026 für die Kategorien E-P in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV bei 5,39 €/kg SG. Aufgrund des guten Bio-Milchpreises und der etwas entspannteren Futtersituation steigt der Preis seit Ende August wieder leicht an.
Bio-Färsen:
Der Preis für Bio-Färsen gab nach, so erzielten Bio-Färsen im August 2026 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV für die Kategorien E-P einen Preis von 6,27 €/kg SG.
Bio-Milch:
Die Bio-Betriebe in Deutschland haben im aktuellen Jahr zwar bisher mehr Bio-Milch an deutsche Molkereien geliefert als im Vorjahr, die Dynamik lässt aber deutlich nach. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) lag die Bio-Milchanlieferung bis Juli insgesamt um 6,9 % über dem Vorjahresniveau. Die Auswirkungen des heißen, trockenen Sommers sind, vor allem im Süden bei der angelieferten Milchmenge mittlerweile spürbar.
Der Auszahlungspreis für Bio-Milch ist im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat im bundesweiten Mittel noch einmal leicht zurückgegangen (0,3 ct/kg) und lag nach Angaben der BLE bei 63,91 ct/kg, In Baden-Württemberg lag er mit 63,55 ct/kg Milch leicht darunter. Erste Zahlen für August zeigen jedoch eine steigende Tendenz – der Großteil der Molkereien beließ die Auszahlungspreise auf dem Niveau des Vormonats, knapp ein Viertel hob die Preise gegenüber Juli sogar an. Auch für den weiteren Jahresverlauf wird mit stabilen bis steigenden Erzeugerpreisen für Bio-Milch gerechnet. Die saisonale, aber auch durch die knappe Futtersituation bedingte rückläufige Milchanlieferung bei gleichzeitig reger Nachfrage der privaten Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Milchprodukten sprechen dafür. Einige Molkereien haben entsprechend für den Herbst auch schon höhere Preise angekündigt.
Bio-Getreide allgemein:
Die Bio-Getreideernte in Baden-Württemberg erzielte bei den Winterungen leicht und bei den Sommerungen unterdurchschnittliche Erträge. Die Qualitäten im Bio-Speisebereich sind jedoch gut mit höheren Protein- und Klebergehalten als im Vorjahr. Bei Bio-Roggen tritt aufgrund der Trockenheit dieses Jahr verstärkt Mutterkorn auf, aber er zeichnet sich auch durch hohe Fallzahlen aus. Die Bio-Haferernte fiel 2026 sehr unterdurchschnittlich aus und die Hektorlitergewichte liegen größtenteils unter 50 kg/hl, was die Verarbeitung in der Schälmühle erschwert oder unmöglich macht.
Bio-Futtergetreide und Bio-Futterleguminosen:
Der Markt für Bio-Futtermittel zeigt sich ungewöhnlich ruhig. Die Mühlen sind noch weitgehend mit Ware der alten Saison versorgt und warten die abschließende Ernte von Bio-Körnermais und Bio-Soja ab. Zudem könnten heuer verstärkt Partien aus dem Speisegetreidebereich in den Futterbereich wandern, was die verfügbare Bio-Futtergetreidemenge schwer abschätzbar macht.
Die Bio-Leguminosenernte in Süddeutschland war bisher unterdurchschnittlich, viele Schoten verbrannten förmlich vor der Ernte. Aufgrund der geringen Menge und voraussichtlich geringen Bio-Körnermais-Ernte werden Preissteigerungen erwartet. Im August stiegen die Preise bundesweit laut Meldungen der AMI für Bio-Futtergetreide an, Bio-Futterweizen lag bei 332 €/t, Bio-Triticale bei 300 €/t und Bio-Mais bei 369 €/t. Bio-Leguminosen dagegen sanken im Preis, außer Bio-Sojabohnen, die auf 813 €/t stiegen. Bio-Ackerbohnen erzielten 519 €/t, Bio-Futtererbsen 488 €/t und Bio-Lupinen 496 €/t.
Bio-Speisegetreide:
Der Markt für Bio-Speisegetreide bleibt ruhig. Die Nachfrage der Mühlen ist gering und sie bieten bislang nur niedrigere Preise als im Vorjahr, obwohl die Ernte kleiner ausfiel und bei den meisten Kulturen qualitativ hoch war. Die Ursachen sind möglicherweise noch ausreichende Vorräte aus der Ernte 2025 und der starke Preisdruck aus dem Handel. Insbesondere die Hafermühlen sind noch reichlich mit Ware aus der guten Ernte des Vorjahres eingedeckt. Im August lagen die Erzeugerpreise nach Meldungen der AMI bundesweit bei 422 €/t für Bio-Brotweizen und Bio-Dinkel, 300 €/t für Bio-Speiseroggen und 295 €/t für Bio-Hafer.
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