Bio-Schweine:
Der Bio-Schweinemarkt stand in den letzten Monaten unter Druck durch billige EU-Bio-Schweineimporte, vor allem aus Spanien. Zudem stieg das Inlandsangebot. Da die Nachfrage nach Bio-Schweinfleisch nur langsam wächst, belastete das große Angebot den Preis. Während über eine lange Phase der Preis für Bio-Schweine auf einem zufriedenstellenden Niveau für die Erzeuger gehalten werden konnte, geht der Preis seit April zurück.
Bio-Rinder allgemein:
Der Bio-Schlachtrindermarkt war lange Zeit durch ein knappes Angebot gekennzeichnet, was zu stetig steigenden Erzeugerpreisen im vergangenen Jahr führte. Der Preisanstieg erreichte Anfang März 2026 seinen Höhepunkt und der Bio-Preis lag fast gleichauf mit dem konventionellen Schlachtviehpreis. Im Sog der sinkenden konventionellen Preise ging auch der Preis für Bio-Schlachtvieh leicht zurück. Die Preisschere zwischen konventionellem und Bio-Preis öffnete sich in den letzten Wochen wieder und der Bio-Preis deckt nun die höheren Produktionskosten bei der Erzeugung von Bio-Schlachtvieh auch wieder besser. Die Trockenheit im Süden Deutschlands führte in einigen Regionen zu Futterknappheit auf den Weiden, was viele Erzeuger dazu brachte zusätzlich Bio-Tiere auf den Schlachtrindermarkt zu bringen. Die Nachfrage nach Rindfleisch ist saisonal bedingt eher gering und Verbraucher reagieren bei Bio-Rindfleisch weiterhin preissensibel, was sich zusätzlich negativ auf die Nachfrage auswirkt.
Bio-Jungbullen:
Das Angebot an Bio-Jungbullen stieg in den letzten Wochen aufgrund der Futterknappheit in vielen Regionen, während die Nachfrage nach Rindfleisch saisonbedingt gering blieb. Der Preis sank im Vergleich zum Vormonat um sieben Cent, und die BLE veröffentlichte für Juni 2026 für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV einen Durchschnittspreis für Bio-Jungbullen von 7,01 €/kg SG.
Bio-Schlachtkühe:
Bei Bio-Altkühen bleibt das Angebot begrenzt, was mit dem attraktiven Erzeugerpreis für Bio-Milch zusammenhängen könnte. Die Nachfrage blieb in den letzten Wochen relativ konstant und so konnte der Preis für Bio-Altkühe im Juni 2026 für die Kategorien E-P in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV gegenüber dem Vormonat sogar um ein paar Cent zulegen auf 6,32 €/kg SG.
Bio-Färsen:
Bio-Färsen erzielten im Juni 2026 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV für die Kategorien E-P einen Preis von 6,94 €/kg SG, womit er sechs Cent unter dem Preis des Vormonats lag.
Bio-Eier:
Die Bio-Eierproduktion in Deutschland wurde auch im ersten Halbjahr 2026 weiter leicht ausgeweitet, ebenfalls stieg die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Eiern im selben Zeitraum. Entsprechend war, trotz der steigenden Produktion, die Marktversorgung mit Bio-Eiern bis nach Ostern knapp. Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt, insbesondere da die zeitweise sehr hohen Temperaturen die Nachfrage nach Eiern bremste, was auch am Bio-Markt spürbar war.
Nach Erhebungen der AMI und MEG lag der Bio-Eierpreis im zweiten Quartal 2026 ab Packstelle für die Gewichtsklasse L im Durschnitt bei 34,47 €/100 Eier und für die Gewichtsklasse M bei 33,92 €/100 Eier. Für Bio-Eier der Gewichtsklasse S wurden 28,46 €/100 Eier gezahlt und damit 13 ct/100 Eier mehr als im ersten Quartal 2026.
Die Nachfrage wird in den nächsten Wochen saisonbedingt etwas zurückgehen. Insgesamt rechnen Erzeuger und Vermarkter in den kommenden Monaten aber weiter mit einer stabilen Nachfrage nach Bio-Eiern bei stabilen bis leicht steigenden Erzeugerpreisen.
Bio-Milch:
Das Bio-Milchaufkommen in Deutschland ist in den ersten fünf Monaten 2026 weiter gestiegen. Im April lieferten die Erzeuger 7,5 % mehr Bio-Milch an milchwirtschaftliche Unternehmen im Land als im entsprechenden Vorjahresmonat. Allerdings wird das derzeit hohe Angebot auch von der anhaltend steigenden Nachfrage der privaten Haushalte nach Bio-Milch und vor allem nach Bio-Milchprodukten wie Käse, Quark und Milchgetränken relativ gut aufgenommen.
Der Auszahlungspreis für Bio-Milch ist auch im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat im bundesweiten Mittel wieder leicht zurückgegangen (0,3 ct/kg) und lag nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bei 64,31 ct/kg, In Baden-Württemberg lag er mit 64,29 ct/kg Milch leicht darunter. Viele Molkereien haben ihren Auszahlungspreis im Mai bereits konstant gehalten und für Juni wird mit einem sich stabilisierenden Auszahlungspreis gerechnet. Auch die ab Sommer zu erwartenden saisonal rückläufigen Milchmengen dürften etwas Druck aus dem Markt nehmen und sich positiv auf die Entwicklung der Erzeugerpreise auswirken. Bleibt auch die Nachfrage der der privaten Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Molkereiprodukten hoch, dürfte sich der Bio-Milchmarkt im weiteren Jahresverlauf auf einem gefestigten Niveau stabilisieren.
Bio-Getreide allgemein:
Die Bio-Getreideernte 2026 ist in Baden-Württemberg größtenteils abgeschlossen und wurde trocken und mit guten Qualitäten eingelagert. Tendenziell wies die Ernte 2026 ein niedrigeres TKG auf als in den Vorjahren, bedingt durch die Trockenheit in den letzten Vegetationswochen. Während die Winterungen noch einen Ertrag knapp unter dem Durchschnitt der letzten Jahre erreichten, fehlte es bei den Sommerungen und Leguminosen an Wasser, sodass die Erntemengen nicht den gewünschten Umfang erreichten.
Bio-Futtergetreide und Bio-Futterleguminosen:
Bio-Futtergetreide war in den Wochen vor der Ernte 2026 bei den Verarbeitern noch ausreichend vorhanden, da Landwirte noch Vorräte der Ernte 2025 im Lager hatten und die neue Ernte bevorstand. Daraufhin sanken die Preise für Bio-Futtergerste bundesweit laut AMI im Juni auf 298 €/t und für Futtermais auf 359 €/t.
Heimische Bio-Leguminosen gaben ebenfalls im Preis nach und laut AMI wurden im Juni bundesweit Bio-Futtererbsen mit 490 €/t gehandelt. Auf dem Markt für Eiweißfuttermittel bleibt die Preisentwicklung, insbesondere bei Bio-Sojakuchen, schwer vorhersehbar. Zwei Drittel des in Deutschland verbrauchten Bio-Sojas werden importiert. Asiatische Ware verteuerte sich aufgrund der angespannten Lage am Persischen Golf, was Logistik-, Fracht- und Containerkosten betrifft. Entsprechend gewinnen afrikanische Herkünfte, insbesondere aus Togo, an Bedeutung. Bio-Sojabohnen stiegen gegenüber dem Vormonat im Preis und erreichten nach Angaben der AMI im Juni bundesweit einen Preis von 824 €/t.
Bio-Speisegetreide:
Die Mühlen waren vor der Ernte 2026 noch gut mit Bio-Speisegetreide versorgt. Nur bei Bio-Dinkel zeigte sich bereits im Juni ein stärkerer Handel. Daher konnte sich Bio-Dinkel im Juni laut AMI bundesweit mit einem leichten Preisanstieg gegenüber dem Vormonat auf 456 €/t behaupten, auch Bio-Speiseweizen erzielte mit 463 €/t einen leicht höheren Preis.
Bio-Speisehafer ist bei Erzeugern und Verarbeitern noch reichlich aus der Ernte 2025 vorhanden. Der Preis tendierte daher laut AMI im Juni bundesweit gegenüber dem Vormonat leicht sinkend mit 336 €/t. Da die eingebrachte Bio-Haferernte 2026 bisher nur geringe Hektolitergewichte erreichte, bleibt der Bio-Hafermarkt spannend, da die Abverkäufe von Bio-Hafer nach wie vor gut verlaufen.
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