Bio-Schweine:
Seit Anfang des Jahres befindet sich der Bio-Schweinemarkt unter Druck. Es kommen vermehrt EU-Bio-Schweine aus dem europäischen Ausland auf den Markt. Spanische EU-Bio-Schweine werden deutlich unter 4€/kg SG verkauft. Es verhärtet sich der Verdacht, dass nicht alle Bio-Schweine aus Spanien richtlinienkonform nach EU-Öko-Verordnung erzeugt wurden, diesem Verdacht wird im Moment nachgegangen.
Grundsätzlich haben die Vermarkter Schwierigkeiten, die hochpreisigen Edelteile von Bio-Schweinen erfolgreich an die Endkunden zu verkaufen. Vor allem bei den Discountern ging daher die Nachfragemenge zurück. Das hat eine Preisanpassung zur Folge und der bundesweit ermittelte Schweinepreis für Öko-Tiere der Handelsklasse E rutschte im April auf 4,62 €/kg SG ab.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Preiserfassung ausschließlich auf in Deutschland erzeugte Tiere bezogen ist. In Baden-Württemberg tendierten die Preise für Öko-Schweine von Erzeugergemeinschaften im Mai bereits auf ein Niveau knapp über 4 €/kg SG. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Preisrückgang ein dauerhaftes Phänomen darstellt oder ob sich der Markt in Zukunft wieder erholt.
Bio-Rinder allgemein:
Nachdem die Preise für konventionelle Rinder in den letzten Wochen deutlich gesunken sind, zeigt sich nun auch eine leichte Nachwirkung auf dem Öko-Markt. Die saisonal bedingte Nachfrageschwäche trifft jedoch auf eine relativ geringe Verfügbarkeit von Bio-Rindern, insbesondere von Bio-Altkühen, die knapp sind. Als Folge davon ist der Preisrückgang auf dem Öko-Markt moderat ausgefallen, und es wird wieder ein deutlicher Preisunterschied zwischen Öko- und konventionellen Tieren sichtbar.
Bio-Jungbullen:
Bei den Bio-Jungbullen zeigt sich eine kleine Abschwächung der Preise. Jungbullen der Handelsklasse R wurden im April bundesweit mit 7,40 €/kg SG gehandelt. Der Preis baden-württembergischer Erzeugergemeinschaften lag im Mai für Bio-Bullen der Handelsklasse R bei 7,20 €/kg SG. Mittel bis langfristig rechnen viele Marktteilnehmer mit einer engeren Versorgungslage bei Bio-Rindern.
Bio-Schlachtkühe:
Der Preisunterschied zwischen Bio-Kühen und konventionellen Kühen hat sich in den letzten Monaten deutlich vergrößert. Der bundesweite Durchschnittspreis für Bio-Kühen aller Klassen sank von März bis April 2026 um 5 Cent auf 6,29 €/kg SG. Im Vergleich dazu lag der Preis für Bio-Altkühe der Klassen E und U in der 2. und 3. Fettklasse in Baden-Württemberg im Mai bei 6,72 €/kg SG.
Bio-Färsen:
Bio-Färsen gaben im Preis gegenüber dem Vormonat mit 4 Cent nur leicht nach und erzielten bundesweit im April im Durchschnitt aller Klassen 7,18 €/kg SG.
Bio-Eier:
Die Nachfrage privater Haushalte nach Bio-Eier ist weiterhin hoch und das Angebot trotz wachsender Produktionsmengen eher knapp. Laut Destatis belief sich die nachweisebare Bio-Produktion im Januar 2026 auf 180 Mio. Stück, dies sind 11,2 % mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025.
Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot führten auf Erzeugerseite zu deutlich steigenden Preisen. Nach Erhebungen der AMI und MEG lag der Bio-Eierpreis im ersten Quartal 2026 ab Packstelle für die Gewichtsklasse L im Durchschnitt bei 34,50 €/100 Eier, für die Gewichtsklasse M bei 33,85 €/100 Eier und für die Gewichtsklasse S bei 28,33 €/100 Eier. Auch in den kommenden Monaten wird mit einer steigenden Nachfrage und einem steigenden Angebot sowie mit festen bis leicht steigenden Erzeugerpreisen gerechnet.
Bio-Milch:
Das Bio-Milchaufkommen in Deutschland ist in den ersten vier Monaten 2026 weiter deutlich gestiegen. In den ersten beiden Monaten des Jahres lieferten die Erzeuger rund 6,9 % mehr Bio-Milch an milchwirtschaftliche Unternehmen im Land als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch in den nächsten Monaten wird von einem erneuten Plus bei der Bio-Milchmenge ausgegangen. Allerdings wird das derzeit hohe Angebot auch von der anhaltend stabilen Nachfrage der privaten Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Milchprodukten relativ gut aufgenommen. Bleibt es bei dieser Entwicklung, dürfte sich der Bio-Milchmarkt im weiteren Jahresverlauf auf einem gefestigten Niveau stabilisieren.
Der Auszahlungspreis für Bio-Milch ist im April 2026 im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland, www.biomilchpreise.de, um 0,3 Cent gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen und lag bei 64,5 ct/kg, im Süden lag er mit 64,7 ct/kg Milch leicht darüber. Viele Molkereien haben ihren Auszahlungspreis im April bereits konstant gehalten und auch für Mai wurden von einigen Molkereien gleichbleibende Preise angekündigt. Der konventionelle Milchpreis ist im April erstmals wieder leicht gestiegen und lag ersten Schätzungen nach im bundesweiten Mittel bei 38,5 ct/kg Milch. Der Preisabstand Bio zu konventionell lag damit bei rund 26 ct/kg Milch.
Bio-Getreide allgemein:
Der Bio-Getreidemarkt zeigt sich derzeit sehr ruhig. Vereinzelt wechseln noch Partien von Bio-Hafer, Bio-Dinkel und Bio-Weizen den Besitzer. Die Feldbestände präsentieren sich in einem guten Zustand, die Auswirkungen der Trockenheit bleiben abzuwarten. Die geopolitischen Unsicherheiten beeinflussen durch die höheren Dieselpreise und damit gestiegenen Transportkosten vor allem die Bio-Märkte mit hohem Importanteil. Das betrifft den Markt für Bio-Leguminosen mit einem Importanteil von knapp einem Drittel und den Bio-Sojabohnenmarkt mit einem Importanteil von gut einem Viertel der in Deutschland verwendeten Ware.
Bio-Futtergetreide und Bio-Futterleguminosen:
Es gibt derzeit eine ausreichende Verfügbarkeit von Bio-Weizen und Bio-Futtergerste, jedoch verläuft die Vermarktung dieser Produkte eher langsam. Als Folge davon zeigen sich leichte Preisrückgänge. Im April lag der bundesweite Durchschnittspreis für Bio-Futterweizen bei 361 €/t und für Bio-Futtergerste bei 331 €/t. Einzig Bio-Körnermais konnte eine leichte Preissteigerung auf 381 €/t verzeichnen.
Das Angebot an Bio-Leguminosen ist derzeit begrenzt. Aufgrund der geringen Verfügbarkeit deutscher Ware finden importierte Partien rasch Abnehmer. Es ist zu erwarten, dass Bio-Ackerbohnen und Bio-Futtererbsen aus Frankreich und Polen in Zukunft einen größeren Marktanteil einnehmen werden, da die steigenden Transportkosten den Import aus dem Baltikum weniger attraktiv machen. Die Preise für Bio-Leguminosen haben sich im April auf einem stabilen Niveau bewegt, wobei der bundesweite Durchschnittspreis für Bio-Ackerbohnen bei 544 €/t und für Bio-Futtererbsen bei 519 €/t lag. Im Gegensatz dazu ist der Preis für Sojakuchen, der zu einem großen Teil aus dem asiatischen Raum importiert wird, gestiegen und lag im April bei 881 €/t.
Bio-Speisegetreide:
Bei Bio-Weizen verläuft der Handel recht ruhig und Vorerntekontrakte werden aufgrund der ungewissen Entwicklung der Qualitäten kaum abgeschlossen. Dennoch konnte sich der Preis für Bio-Speiseweizen (>11% Protein) im April mit 508 €/t bundesweit halten. Die Nachfrage nach Bio-Dinkel insgesamt zieht wieder an und er wurde im April bundesweit wieder entsprechend höher bewertet mit 487 €/t. Auch der Preis für Bio-Hafer ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen und lag im April im Bundesdurchschnitt bei 353 €/t. Trotz der sehr großen Ernte 2025 wird Hafer von den Verarbeitern langfristig gesucht, da die Nachfrage nach Bio-Haferprodukten ungebremst hoch ist.
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