Bio-Agrarmärkte aktuell

Hier geben wir einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Bio-Agrarmärkte. Die Nachfrage nach Bioprodukten zieht weiter an und die Preise bleiben derzeit stabil.

Zusammengesetztes Bild (Getreidefeld,Apfel,Ferkel,Schwein Euter Kalb und Bulle)

Letzte aktualisierung: Januar 2026

Bio-Schweine

Lesezeit:
  • Teilen

Bio-Schweine:

Bio-Mastschweine

Die Erzeugerpreise für Bio-Schweine stabilisieren sich auf einem hohen Niveau und lagen bundesweit im Dezember 2025 bei 4,79 €/kg SG für Schweine der Handelsklasse E frei Schlachtstätte. Zunehmend wird es eine Herausforderung für die Verarbeiter, Bio-Ware neben günstiger konventioneller Ware zu verkaufen. Das inländische Angebot an Bio-Schweinen bleibt weiterhin knapp und steigt nur langsam. Jedoch drängt kostengünstige EU-Ware aus Dänemark, den Niederlanden und Spanien auf den Markt, was sich negativ auf die Preisgestaltung bei EU-Bio-Betrieben auswirkt. Verbandsware dagegen bleibt stabil und gefragt.

Bio-Ferkel:

Die Versorgung mit Bio-Ferkeln ist weiterhin knapp. Inzwischen sind einige Landwirte motiviert in die Bio-Ferkelerzeugung einzusteigen. Es dürfte aber noch mindestens bis zum Sommer dauern, bis die ersten Bio-Ferkel aus diesen neuen Ställen auf den Markt kommen.

Bio-Rinder:

Der Bio-Rindermarkt zeigt sich einigermaßen stabil, mit Preisen, die für alle Tierarten und Handelsklassen durchweg über dem Vorjahresniveau liegen. Vor allem die weiblichen Tiere haben in den letzten Wochen im Preis angezogen. Das weiterhin knappe Angebot stützt die hohen Preise. Die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch bleibt trotz des höheren Preisniveaus stabil. 

Bio-Jungbullen:

Die Preise für Bio-Jungbullen sind im Dezember 2025 im Vergleich zum Vormonat gesunken, verblieben dennoch auf einem hohen Niveau. So lagen die Preise bundesweit für die Handelsklasse R im Dezember bei 7,39 EUR/kg SG.

Bio-Schlachtkühe:

Nach einem Preisabfall im November 2025 zogen die Preise für Bio-Kühe im Dezember wieder an und lagen bundesweit bei 6,15 EUR/kg SG im Durschnitt aller Klassen.

Bio-Färsen:

Der Preis für Bio-Färsen aller Klassen lag bundesweit im Dezember 2025 mit 7,18 EUR/kg SG mit 0,09 EUR/kg SG über dem Novemberpreis.

Bio-Eier:

Bio-Eier wurden auch im Dezember 2025 weiter stark nachgefragt und die Versorgung war entsprechend knapp, obwohl die Auslastung der Haltungskapazität zuletzt deutlich anstieg. Laut Destatis wurden in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 insgesamt 1,82 Milliarden Bio-Eier in Deutschland produziert. Dies stellt im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2024 einen Anstieg von 3,4 Prozent dar.

Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot führten auf Erzeugerseite zu festeren und teils steigenden Preisen. Nach Erhebungen der AMI und MEG lag der Bio-Eierpreis im vierten Quartal 2025 ab Packstelle für die Gewichtsklasse L im Durchschnitt bei 32,72 €/100 Eier und für die Gewichtsklasse M bei 31,98 €/100 Eier. Bio-Eier der Gewichtsklasse S konnten angesichts des knappen Bio-Eierangebots besser vermarktet werden. Im vierten Quartal 2025 wurden sie zu einem Preis von 26,52 €/100 Eier gehandelt, was einer Steigerung von 38 ct/100 Eier im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Für 2026 werden festere Preise auf Erzeuger- und Verbraucherebene erwartet.

Bio-Milch:

Auch wenn der Auszahlungspreis für Bio-Milch im Dezember 2025 erstmals seit vielen Monaten im Bundesschnitt leicht gesunken ist, liegt er weiterhin auf einem hohen, stabilen Niveau. So lag er im Dezember 2025 im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland, (Quelle: www.biomilchpreise.de), bei 66,30 ct/kg (netto ab Hof bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) und damit um 0,5 ct/kg unter dem von November, in Baden-Württemberg lag er mit 66,60 ct/kg Milch leicht darüber. Der konventionelle Milchpreis hingegen ist auch im Dezember um weitere 3 ct/kg zurückgegangen, wodurch der Abstand von Bio- zu konventioneller Milch mittlerweile durchschnittlich 23 ct/kg Milch beträgt.

Die Biomilchanlieferungsmenge in Deutschland ist 2025 leicht gestiegen. Vor allem im zweiten Halbjahr lag sie zunehmend über dem Vorjahresniveau. Gründe hierfür waren die hohen Auszahlungspreise sowie eine gute Futterversorgung und -qualität.

Auch die Nachfrage privater Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Molkereiprodukten blieb bis zum Jahresende ungebrochen hoch. Vor allem Bio-Trinkmilch wurde 2025 stark nachgefragt. Aber auch bei Joghurt, Quark und Käse in Bio-Qualität konnte ein Plus gegenüber dem Vorjahr erzielt werden, bei Bio-Butter hingegen sank die Nachfrage. Trotz der insgesamt positiven Nachfrageentwicklung, konnte diese die Produktionssteigerungen beim Rohstoffaufkommen im Dezember 2025 nicht mehr vollständig aufnehmen.

Auch in den kommenden Monaten wird mit einer positiven Nachfrageentwicklung nach Bio-Milch und -Milchprodukten sowie stabilen Erzeugerpreisen gerechnet. 

Bio-Getreide:

Der Handel mit Bio-Getreide befindet sich derzeit noch in einer Phase der Ruhe. Es wird jedoch erwartet, dass der Handel im Februar und März anziehen wird, wenn die Lager geräumt sind und die Händler auf der Biofach-Messe Gelegenheit haben, sich auszutauschen und neue Geschäfte anzubahnen. Die Preise für Bio-Speisegetreide blieben im Großen und Ganzen stabil, nur Speisehafer brach aufgrund der außergewöhnlich guten Ernte 2025 ein. Bei vielen Futterkulturen verknappte sich das Angebot, sodass die Preise zuletzt deutlich anzogen. Bei den Bio-Leguminosen belebte sich der Markt ebenfalls kaum, vielmehr scheinen sich die Futtermischer vorerst ausreichend – auch von außerhalb Deutschlands – eingedeckt zu haben.

Bio-Futtergetreide und Bio-Futterleguminosen: 

Da ein knappes Angebot an Bio-Futtergetreide besteht, zogen die Preise im Dezember 2025 für Verbandsware bundesweit an, bei Körnermais auf 38,10 €/dt und bei Futtergerste auf 35,40 €/dt. Bio-Erbsen und Bio-Ackerbohnen konnten mit 50,30 €/dt bzw. 53,90 €/dt im Bundesschnitt ihre Preise im Dezember stabil halten.

Bio-Speisegetreide:

Bei Bio-Brotweizen (>11,5% Protein) lief der Handel sehr ruhig und er wurde bundesweit im Dezember 2025 mit 50 €/dt gehandelt. Bei Bio-Dinkel (14 – 15% Protein), der oft Preisschwankungen unterliegt, passen derzeit Angebot und Nachfrage gut zusammen. Der Preis lag im Dezember bundesweit bei 43,30 €/dt. Während Bio-Hafer aufgrund des hohen Angebots unter Druck geriet und im Dezember bundesweit mit 35,10 €/dt gehandelt wurde.

Weiter Informationen

Genauere Einblicke in die Marktlage liefert die hier die Marktinformation.

Der aktuelle Bio-Agrarmärktebericht ist auch im Newsletter Agrarmärkte integriert.

Sie können sich hier zu dem "Newsletter Agrarmärkte" anmelden.