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  • Steckbrief Dinkel

    Beliebtestes Urgetreide

    Dinkel liegt im Trend. Gute Verträglichkeit, Genügsamkeit im Anbau und neue Sorten machen ihn für Verbraucher wie Landwirte gleichermaßen interessant.

Geschichte

Dinkel stammt aus der Region rund um das Kaspische Meer. In Mitteleuropa ist der Dinkelanbau erst seit der späten Bronzezeit nachgewiesen. In der römischen Zeit dehnte sich der Anbau im mittleren Neckarraum und Niederrheingebiet aus. Dinkel galt als wichtigstes Getreide in der alemannischen Kultur (ab 260 nach Chr.). Bis heute bilden Südwestdeutschland und die Schweiz einen Schwerpunkt des Dinkelanbaus.

Bedeutung

Dinkel eignet sich sehr gut für den ökologischen Landbau, da er auch bei einer niedrigeren Anbau- intensität über eine hohe Ertragsstabilität verfügt. Zusätzlich weist er ein hohes Bestockungs- vermögen auf.

Wussten Sie schon ...?

Die Dinkelanbaufläche betrug 2014 in Baden-Württemberg etwa 16.690 ha. Davon werden rund 4.490 ha ökologisch angebaut*. Die Haupt- anbaugebiete sind die Schwäbische Alb und das badische Bauland.

Hier finden Sie Infoblätter zu weiteren Nischenkulturen im Ökolandbau.

Infoblatt Dinkel

Sorten

Häufig wird zwischen „alten“ und „neuen“ Dinkelsorten unterschieden. „Alte“ Sorten wie z.B.  Oberkulmer Rotkorn weisen eine größere Pflanzenlänge, eine höhere Lagerneigung und einen geringeren Vesenertrag auf. Umgekehrt haben „neue“ Sorten eine geringere Pflanzenlänge, eine geringere Lagerneigung und einen höheren Vesenertrag. Eine Sorte dieses Typs ist z.B. Alkor. Im ökologischen Landbau werden alte und neue Sorten gleichermaßen angebaut.

Verwendung

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Dinkel vor allem für Backwaren verwendet. Dafür sind alle Sorten von Bedeutung. Im badischen Bauland zwischen Neckar und Tauber wird seit mindestens 300 Jahren Grünkern hergestellt, in Teigreife geernteter Dinkel, der mit Holzfeuer gedarrt wird. Grünkern verwendet man nicht zum Backen sondern z.B. für Bratlinge. In Frankreich und Belgien dient Dinkel vor allem als Rinderkraftfutter.

Quellen:

Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) (Hrsg.). Pflanzenbau Dinkel. August 2014
* MLR, Gemeinsamer Antrag 2014

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